SXSW 2015

SXSW Banner
SXSW Banner an Straßenlaterne in Austin

Was ist die SXSW?

 

Die SXSW (ausgesprochen "south-by-south-west") ist eine der weltweit größten Konferenzen rund um Musik, Film und Interaktives. Sie findet jedes Jahr im März in Austin (Texas) statt, dauert ca. 9-10 Tage und hat verschiedene Formate wie Live-Events, Workshops, Vorträge, kleine Messen, usw.

 

Im Vergleich zu Messen wie der CeBIT findet sie nicht nur auf einem abgegrenzten Messegelände statt, sondern im Austin Convention Center und auch in anliegenden Hotels, Gastronomien, Clubs und anderen Event-Plätzen der ganzen Stadt. Zwischen den Veranstaltungsorten gibt es teilweise eingerichtete Busverbindungen, ansonsten ist vieles auch fußläufig zu erreichen.

 

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenpflichtig. Es wird bei allen Einzelveranstaltungen konsequent überprüft, ob man berechtigt zum Zutritt ist. Wichtig ist hier zu wissen, dass man sich für die Einzelveranstaltungen meist auch vorher anmelden muss, da sie in platzlimitierten Räumen oder Hotelsälen stattfinden. Die Platzlimits entsprechen meist Brandschutzvorgaben und werden genauestens und ohne Ausnahme eingehalten.

 

Im Jahr 2015 entschied ich mich, die Konferenz selbst zu besuchen, allerdings nur den "Interactive"-Part, der allein schon groß genug ist. Diese Website beschreibt meine Eindrücke und Erfahrungen mit diesem Event.

 

Über SXSW:

  • Preis: Bei einer Buchung im November 2014, also 4 Monate vor Event, lag der Eintrittspreis für die SXSW 2015 nur für den "Interactive"-Teil bei etwas über 1.000 USD.
  • Sprache: Gesprochen wird vor allem Englisch, doch merkt man auch an vielen spanischen Gesprächen die Nähe zu Mexiko und Lateinamerika.  Das Englisch in Texas fand ich überall gut verständlich.

Überlebens-Tipps:

  • Schlangen - nein keine Angst vor den Tieren, sondern eher vor den Menschen-Schlangen, die vor einem stehen, um irgendwo ranzukommen - sei es die Registrierung, die Toilette, etwas zu essen, ein Kaffee oder nur ein Gespräch mit einem gefragten Menschen, der gerade einen Vortrag gehalten hat.
  • Der frühe Teilnehmer kriegt den Platz bei einer Veranstaltung: Bei den Veranstaltungen, die einem wichtig sind, sollte man "early bird" sein. Sogar mit einer Reservierung sollte man spätestens 10 Minuten vorher da sein, da 5-10 Minuten vor Beginn der Veranstaltung die Location mit der Warteschlange aufgefüllt wird.
  • Tägliche Anreise:
  • Die SXSW App funktionierte oft nicht richtig: Viele Teilnehmer erlebten wie ich, dass die SXSW App teilweise nicht gut funktionierte, so dass Reservierungen für Veranstaltungen verloren gingen, Raum-Aktualisierungen nicht zeitnah stattfanden, etc. Daher entweder bei Frühstück oder morgens an der Info noch einmal den Stand im Web checken, der nicht immer mit der App übereinstimmte.
  • Sicherheit: Die Straßen rund um die SXSW sind tagsüber durchaus großzügig abgesperrt. Daher ist das Herankommen nach 11 Uhr auch nur noch durch sehr wenige Straßen möglich. Es stehen einige motorisierte Polizeistreifen rund um die SXSW, eine Feuerwache ist quasi um die Ecke. Wie man sich allerdings mit teilweise sichtbar getragenen Schußwaffen anfreundet, muss jeder für sich ausmachen.
  • Mittagessen / Snack: Einen sehr guten Burger to-go oder im Stehen fand ich bei der Burger Bar (www.

 

Wichtig:

  • Batch: Obligatorisch, um sich überall auszuweisen, ist das Batch. 2015 war das ein Halsband mit transparenter Tasche und Namensschild. Wasser: Der eigene Wasserbedarf auf der SXSW ist sehr hoch, nicht nur wegen Sonne und mit wenig Luftfeuchtigkeit heruntergekühlter Räume, sondern auch weil in Texas gerne mal ein Lüfchen weht. Also Wasservorrat immer bei sich führen. Wasserspender gibt es zwar, aber eben nicht überall.
  • Schuhe: "Expect to do a lot of walking while you are here" verspricht die SXSW-Website - und sie verspricht nicht zu viel. Amerika ist nun mal groß, sogar im Kleinen. Also zieht Eure komfortabelsten Schuhe an. Und ein Hinweis an die tapfersten Ladies: Wer zu viel leidet, ist nicht mehr schön :-)
  • Kleidung:
  • Handy mit WLAN und App
  • Offline-Navigation:
  • Kopfhörer / Ohrschutz: Die SXSW kann ohrenbetäubend sein. Ohrenschutz würde ich teilweise dringend empfehlen.
  • Geschäftskarten: Je ausgefallener oder minimalistischer, desto besser.
  • Tägliches Hin und Her zur und von der Konferenz:
  • Bewegung zwischen Veranstaltungsorten: https://www.sxsw.com/hotels/getting-around/

 

 

VOR der SXSW:

  • Anreise: Die Konferenz selbst ist anstrengend, daher sollte man die Anreise so komfortabel wie möglich gestalten. Ich reiste über Dallas an - das ging noch so, nur sollte man die Distanzen in den USA nicht unterschätzen, insbesondere wegen Verkehrsaufkommen und Speedlimits.
  • Zeitumstellung: Mit 1-2 Tage Vorlauf ist man gut beraten, um die Zeitumstellung gut hinzubekommen, insbesondere wenn man auf den Music- und Event-Part mit abendlicher Bespaßung steht.
  • Hotel / Zimmer neben einer Bus- /Bahnverbindung buchen:
  • Sign-ups: Sucht Euch die Veranstaltungen von Interesse heraus und nutzt das "Sign-Up", also reserviert einen Platz in der Veranstaltung. Nichts ist ärgerleicher als bei einem Event für 1.000 USD zu stehen und nicht in die Veranstaltung zu kommen, in die man will. Ich weiß, wovon ich rede.
  • Packt etwas Grünes zum Anziehen ein: Meist ist St. Patrick's Day (also Flag Day der Iren) während der SXSW :-)

 

 

Bilder sagen mehr als viele Worte:

 

 

Eindrücke:

- Innovationsgrad ist eher beschränkt

- Show

- Organisatorische Mängel: Neue Konferenz, alte Orga.  Leere Räume und hunderte vor überfüllten Räumen.

- Viel Interaction, wenig Innovation und Digital.

- Frust

- Preis-Leistung überzeugte mich bereits ohne Reisekosten nicht.

- Wenn einem als Deutscher bei einer Key-Session viele deutsche Design- und Produktansätze der 80er bis 2000er gezeigt werden, dann fragt man sich doch, wozu man den Weg gemacht hat.

 

 

Mein Fazit zum "Interactive"-Part 2015: Für Kreative zum Austausch mit anderen Kreativen oder um als Entwickler / Designer einen Job zu kriegen gut geeignet. Um echtes Geschäft oder Kooperationen zu etablieren eher weniger (kann bei Musik / Film ander sein). Innovationen aus Interaktion und Digitalem fand ich zu wenig - eigentlich nur Bekanntes aus dem Web. Mehr Novation als Innovation - teilweise auf fremder Flamme aufgekocht.

 

 

Update:

 

Die Vorbereitungen zur SXSW 2017 laufen und am organisatorischen Format und auch an den Hauptsponsoren hat sich wenig geändert. Zumindest aus der "Ferne" ist eine Weiterentwicklung der Konferenz nicht erkennbar. Kaufleute würden sagen, dass man bereits in der "Cash-Cow"-Phase ist - also, dass man das Maximum aus Bewährtem abschöpft. Ob dies auf Dauer reicht, wird die Zeit zeigen.